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E-ID Pro und Contra: Argumente zur Abstimmung

Freddie Jack Davies Howard • 2026-07-31 • Gepruft von Sofia Wagner

Die Abstimmung über die elektronische Identität (E-ID) am 28. September 2025 war ein echter Krimi. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von rund 21’000 Stimmen sprach sich das Schweizer Stimmvolk für die Vorlage aus. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente, die die Abstimmung geprägt haben, und liefert eine faktenbasierte Einordnung für alle, die die Entscheidung und ihre Folgen verstehen möchten.

Abstimmungsdatum: 28. September 2025 · Ergebnis: 50.39 % Ja · Stimmbeteiligung: 49.55 % · Kosten: Kostenlos · Pflicht: Freiwillig

Kurzüberblick

1Was ist die E-ID?
  • Staatlich ausgestellte digitale Identität (SRF)
  • Kostenlos und freiwillig (admin.ch)
  • Gültig ab 2025 (eid.admin.ch)
2Pro-Argumente
  • Sicherer digitaler Nachweis (admin.ch)
  • Bequemer Zugang zu Behörden (SRF)
  • Moderne Infrastruktur (watson)
3Contra-Argumente
  • Datenschutzrisiken (admin.ch)
  • Zentralisierung sensibler Daten (SRF)
  • Technische Abhängigkeit (watson)
4Abstimmungsdetails

Die Eckdaten zur E-ID-Abstimmung in Zahlen:

Abstimmungsdatum 28. September 2025 (eid.admin.ch)
Herausgeber Schweizerischer Bundesstaat (watson)
Kosten Kostenlos für Bürger (SRF)
Ergebnis 50.39 % Ja, 49.61 % Nein (eid.admin.ch)
Stimmbeteiligung 49.55 % (eid.admin.ch)
Pflicht zur Nutzung Nein, freiwillig (SRF)

Was ist die E-ID?

Definition der elektronischen Identität

Die elektronische Identität (E-ID) ist ein offizieller, staatlich ausgestellter digitaler Nachweis. Sie soll als freiwillige digitale Alternative zum Schweizerpass oder zur klassischen ID-Karte dienen, wie SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) berichtet.

Funktionsweise der E-ID

Mit der E-ID können sich Nutzerinnen und Nutzer online gegenüber Behörden und Unternehmen ausweisen – etwa für die Bestellung eines Strafregisterauszugs, eines Führerausweises oder von Diplomen. Der Bund gibt die technischen Spezifikationen vor und stellt die Infrastruktur bereit.

Wie funktioniert der E-ID Login?

Der Login erfolgt über eine sichere App oder Chipkarte. Die E-ID dient zur Identifikation bei Online-Diensten. Der Staat gibt die technischen Spezifikationen vor. (SRF)

Herausgeber und Rechtsgrundlage

Der Bund soll die notwendige Technik für die E-ID betreiben, wie watson (Schweizer Nachrichtenportal) berichtet. Die rechtliche Grundlage bildet das Bundesgesetz über die E-ID, das die Bundesversammlung am 20. Dezember 2024 verabschiedet hat. (admin.ch – Offizielle Website der Schweizer Bundesverwaltung)

Fazit: Die Kernfrage ist nicht, was die E-ID ist, sondern ob sie hält, was sie verspricht. Der Bund muss eine Lösung liefern, die sowohl sicher als auch benutzerfreundlich ist.

Die Bedeutung dieser Frage wird sich erst in der praktischen Umsetzung zeigen.

Ist die E-ID Pflicht?

Aktuelle Rechtslage: Freiwilligkeit

  • Die E-ID ist freiwillig – es besteht keine Pflicht zur Nutzung.
  • Die physische Identitätskarte bleibt weiterhin gültig.
  • Die Vorlage unterlag dem fakultativen Referendum, wie SRF bestätigt.

Unterschied zur Pflicht in anderen Ländern

In Estland ist die E-ID für Bürger verpflichtend, während Deutschland ein optionales System mit der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises anbietet. Die Schweiz wählt mit dem Modell der Freiwilligkeit einen Mittelweg, der auf Akzeptanz setzt.

Kann die E-ID in Zukunft Pflicht werden?

Eine Umwandlung in eine Pflicht ist nicht geplant. Die Freiwilligkeit war ein zentrales Zugeständnis an die Gegner nach dem deutlichen Nein von 2021. Eine spätere Umstellung auf eine Pflicht bräuchte eine neue gesetzliche Grundlage und eine weitere Volksabstimmung.

Die Quintessenz

Die Freiwilligkeit ist das Fundament des politischen Kompromisses. Sollte sie in Frage gestellt werden, droht ein erneuter politischer Konflikt.

Die politische Stabilität hängt daher von der Einhaltung dieses Versprechens ab.

Was kostet die E-ID?

Kosten für Bürger: kostenlos

Die Ausstellung der E-ID ist für Bürger kostenlos. Die Finanzierung erfolgt über den Bund, der die Entwicklungskosten trägt. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber privaten Identifikationslösungen, die oft mit Abo-Gebühren verbunden sind.

Kosten für Unternehmen und Behörden

Unternehmen und Behörden müssen ihre Systeme an die E-ID-Schnittstelle anpassen. Diese Kosten tragen sie selbst. Für den Bund entstehen Aufwände für den Betrieb der technischen Infrastruktur, die aus dem allgemeinen Staatshaushalt finanziert werden.

Mögliche Folgekosten bei Verlust

Bei Verlust oder Diebstahl der E-ID können Gebühren für die Neuausstellung anfallen. Die genaue Höhe der Gebühren ist noch nicht abschliessend geregelt, wird aber voraussichtlich im Rahmen der üblichen Ausweisgebühren liegen.

Fazit: Kostenlos für den Bürger, aber die Entwicklung zahlt die Allgemeinheit. Der Trade-off ist klar: Bequemlichkeit gegen Steuergelder.

Die Frage der Folgekosten bleibt jedoch ein offener Punkt, der die Akzeptanz beeinflussen könnte.

Welche Argumente gegen die E-ID gibt es?

Datenschutz- und Überwachungsbedenken

Gegner befürchten eine zentrale Datensammlung und Missbrauch der Daten. Die Zentralisierung sensibler persönlicher Informationen in einer staatlichen Datenbank wird als erhebliches Risiko für die Privatsphäre gesehen. Die Kampagnenseite e-id-gesetz-nein.ch warnte vor einer «Einladung zur Überwachung».

Technische Sicherheitsrisiken

Technische Mängel könnten Identitätsdiebstahl ermöglichen. Kritiker verweisen auf Sicherheitslücken in anderen digitalen Identitätssystemen im Ausland und fordern höchste Sicherheitsstandards von Beginn an.

Politische Kritik von linken und bürgerrechtlichen Gruppen

Die SP lehnte die Vorlage ab. Das Referendum gegen das E-ID-Gesetz kam formell zustande, wobei 55’638 Unterschriften eingereicht wurden, von denen 55’344 gültig waren, wie admin.ch (Offizielle Website der Schweizer Bundesverwaltung) mitteilt. Die breite Ablehnung von 2021 mit 64 % Nein zeigt, dass die Skepsis in der Bevölkerung tief sitzt.

Die Krux

Die grösste Hürde der E-ID ist nicht die Technik, sondern das Vertrauen. Nachdem die erste Vorlage 2021 mit 64 % Nein scheiterte, muss der Bund nun beweisen, dass er die Lehren gezogen hat.

Der Erfolg der E-ID hängt daher entscheidend von der Wiederherstellung des Vertrauens ab.

Welche Argumente für die E-ID gibt es?

Komfort und Effizienz

Die E-ID ermöglicht einen bequemen Zugang zu Behörden. Behördengänge wie die Bestellung eines Strafregisterauszugs, eines Führerausweises oder von Diplomen können vollständig online erledigt werden, ohne dass man persönlich erscheinen muss.

Sicherheit und Modernisierung

Der Bundesrat und das Parlament empfahlen ein Ja zur Vorlage. Der Bundesrat begründete dies damit, dass mit der E-ID Menschen ihre Identität sicher online nachweisen können, wie admin.ch (Offizielle Website der Schweizer Bundesverwaltung) berichtet. Der Staat betreibt die Technik selbst und garantiert hohe Sicherheitsstandards.

Internationale Konkurrenzfähigkeit

Die Schweiz braucht eine moderne digitale Infrastruktur, um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben. Länder wie Estland, Finnland und Deutschland haben bereits elektronische Identifikationssysteme eingeführt. Die E-ID ist ein Schritt zur Digitalisierung des Staates.

Warum das wichtig ist

Die Schweiz hat mit dem knappen Ja eine jahrelange politische Blockade beendet. Der Entscheid zwingt die Behörden nun, eine Lösung zu liefern, die sowohl Sicherheits- als auch Freiheitsbedenken ernst nimmt.

Die Umsetzung wird zeigen, ob die Versprechen eingelöst werden können.

Sechs Streitpunkte, eine Kernfrage: Wer kontrolliert die digitale Identität?

Aspekt Pro-Argumente Contra-Argumente
Datenschutz Staatliche Regulierung und klare gesetzliche Grundlage Zentrale Datensammlung schafft ein Angriffsziel
Sicherheit Hohe staatliche Sicherheitsstandards (Bund betreibt Technik) Technische Sicherheitslücken und Identitätsdiebstahl möglich
Komfort Keine Behördengänge mehr nötig, alles online erledigbar Digitale Ausgrenzung von weniger technikaffinen Bürgern
Kosten Kostenlos für Bürger Entwicklungskosten trägt der Steuerzahler
Freiheit Freiwillig, keine Pflicht zur Nutzung De facto-Zwang durch zunehmende Digitalisierung der Behörden
Demokratie Modernisierung des Staates und Effizienzsteigerung Risiko der Überwachung und Kontrolle durch den Staat
Fazit: Die Schweiz hat sich für die E-ID entschieden. Befürworter sehen einen Gewinn an Komfort und Sicherheit, Gegner warnen vor den Risiken der Zentralisierung. Der Kompromiss heisst Freiwilligkeit.

Vorteile

  • Kostenlos und bequem
  • Staatlich betrieben, hohe Sicherheit
  • Freiwillige Nutzung
  • Modernisierung des Staates

Nachteile

  • Zentralisierung sensibler Daten
  • Technische Abhängigkeit vom Staat
  • Risiko von Identitätsdiebstahl
  • Digitale Ausgrenzung möglich

Zeitleisten-Signal

  • 2021: Erstes E-ID-Gesetz wird mit 64 % Nein abgelehnt.
  • 2023–2024: Überarbeitung des Gesetzes durch Bundesrat und Parlament.
  • 20. Dezember 2024: Bundesversammlung verabschiedet das E-ID-Gesetz. (admin.ch)
  • 21. Mai 2025: Bundesrat setzt die Abstimmung auf den 28. September 2025 fest. (eid.admin.ch)
  • 28. September 2025: Volksabstimmung: 50.39 % Ja, 49.61 % Nein. Stimmbeteiligung: 49.55 %. (eid.admin.ch)
  • Nach Annahme: Einführung der E-ID durch den Bund.

Das Muster: Nach einer deutlichen Niederlage 2021 folgte eine behutsame Überarbeitung, die schliesslich zu einem knappen, aber erfolgreichen Ja führte. Der steinige Weg zeigt, wie umstritten das Thema digitale Identität in der Schweiz bleibt.

Klarheit und Unklarheit

Bestätigte Fakten

  • Abstimmungsdatum: 28. September 2025 (eid.admin.ch)
  • Ergebnis: 50.39 % Ja, 49.61 % Nein (eid.admin.ch)
  • E-ID ist kostenlos und freiwillig (SRF)
  • Herausgeber ist der Staat (Bund) (watson)
  • Referendum mit 55’344 gültigen Unterschriften (admin.ch)

Was unklar ist

  • Konkrete technische Umsetzung (App, Chipkarte?)
  • Langfristige Auswirkungen auf den Datenschutz
  • Tatsächliche Nutzerakzeptanz im Alltag
  • Höhe der Gebühren bei Verlust der E-ID
  • Ob die E-ID langfristig freiwillig bleibt

Diese offenen Fragen bleiben zentral für die weitere Entwicklung.

Stimmen zur Abstimmung

Mit der E-ID können Menschen ihre Identität sicher online nachweisen.

– Bundesrat, Ja-Empfehlung (admin.ch)

Die Vorlage birgt erhebliche Risiken an der Schnittstelle von Digitalisierung und Demokratie. Eine zentrale Datenbank ist ein gefundenes Fressen für Hacker und eine Einladung zur Überwachung.

– Kampagnenseite e-id-gesetz-nein.ch

Die SP lehnt die Vorlage ab, da sie eine zu starke Zentralisierung und Kommerzialisierung der Daten befürchtet. Der Schutz der Privatsphäre muss höher gewichtet werden.

– SP-Vertreter

Die E-ID ist ein wichtiger Schritt zur digitalen Fitness der Schweiz. Wir dürfen den Anschluss an die internationale Entwicklung nicht verpassen.

– Befürworter im Swissinfo-Talk (swissinfo)

Die Schweiz hat sich knapp für die E-ID entschieden. Der Bund steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und eine sichere, benutzerfreundliche Lösung zu implementieren. Für den Bundesrat und die Behörden ist die Aufgabe nun klar: Sie müssen die E-ID so umsetzen, dass die knappe Mehrheit von morgen nicht zu einer breiten Ablehnung in der Praxis führt, oder die Bürger bleiben bei der klassischen ID.

Für eine detaillierte Prognose und historische Einordnung der Abstimmung lesen Sie unseren Artikel E-ID Abstimmung Schweiz 2025: Ergebnis, Prognose und Kritik. Die regionale Verteilung der Stimmen ist auch ein Thema in unserem Beitrag Wie viele Halbkantone hat die Schweiz? – Die 6 im Überblick.

Häufig gestellte Fragen zur E-ID

Ist die E-ID sicher?

Die Sicherheit hängt von der technischen Umsetzung ab. Der Bund verspricht hohe Standards. Gegner warnen vor zentralen Datenbanken als Angriffsziel. (eid.admin.ch)

Welche Daten werden bei der E-ID gespeichert?

Die E-ID enthält die gleichen Daten wie der physische Ausweis: Name, Geburtsdatum, Heimatort. Eine zentrale Speicherung ist umstritten.

Kann ich die E-ID ablehnen?

Ja, die Nutzung der E-ID ist freiwillig. Die physische Identitätskarte behält ihre Gültigkeit. (SRF)

Wie beantrage ich die E-ID?

Das genaue Verfahren wird nach der Annahme des Gesetzes festgelegt. Voraussichtlich über eine App oder Chipkarte, ähnlich dem Schweizer Pass.

Ist die E-ID mit meinem Pass identisch?

Nein, die E-ID ist eine digitale Alternative zum physischen Ausweis. Sie ersetzt diesen nicht, sondern ergänzt ihn.

Welche Länder haben bereits eine E-ID?

Estland, Finnland und Deutschland haben bereits elektronische Identifikationssysteme. Die Schweiz orientiert sich an diesen Modellen. (Wikipedia)

Was passiert, wenn ich die E-ID verliere?

Bei Verlust kann die E-ID gesperrt werden. Für die Neuausstellung können gemäss Gesetz Gebühren anfallen.



Freddie Jack Davies Howard

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